Was Sie prüfen sollten, bevor Sie ein Geschäftsführungsmandat — Sanierung, Verkauf, Stabilisierung der Governance — einem Interim Manager anvertrauen.
Ein Geschäftsführer oder Gesellschafter, der die Zusammenarbeit mit einem Interim Manager erwägt, hat in der Regel andere Sorgen als ein Fachbereichsleiter: Die Frage ist nicht nur "beherrscht dieses Profil die Aufgabe", sondern "kann ich ihm mit vollständiger Urteilsunabhängigkeit vertrauen, und welche Rendite kann ich von dieser Investition auf Kapitalebene erwarten". Dieser Leitfaden richtet sich an genau diese Frage: Wie wählt, rahmt und bewertet man einen Interim Manager, wenn Sie als Gesellschafter oder Geschäftsführer die endgültige Entscheidung tragen.
Die in diesem Kontext mobilisierten Profile haben meist Geschäftsführungs- oder Business-Unit-Leitungsfunktionen innegehabt, mit direkter Erfahrung in sensiblen Governance-Situationen: Gesellschafterwechsel, Krisenbewältigung, Verkaufsvorbereitung. Viele haben selbst anspruchsvolle Investitionsausschüsse oder Aufsichtsräte erlebt, was ihnen eine natürliche Sicherheit im Gesellschafter-Reporting verleiht — sie wissen, was ein Gesellschafter wissen muss und in welchem Rhythmus, ohne dass man es ihnen erklären müsste.
Der Tagessatz bewegt sich in der Regel im oberen Bereich der Marktspanne für ein Geschäftsführungs- oder Sanierungsmandat mit hohem Gesellschafter-Risiko. Die vollständigen Preisfaktoren und bezifferte Beispiele finden Sie auf unserer Seite Was kostet ein Interim Manager. Für ein Geschäftsführungsmandat bleibt die Abrechnung auf Zeit- und Aufwandsbasis die häufigste Wahl, da sich der genaue Umfang eines Sanierungs- oder Verkaufsvorbereitungsmandats im Mandatsverlauf oft je nach den Erkenntnissen der Erstdiagnose verändert.
Für einen Gesellschafter ist der richtige Rechnungsrahmen nicht "was kostet dieser Manager im Vergleich zu einem Angestellten", sondern "welche Auswirkung hat sein Mandat auf den Unternehmenswert". Eine erfolgreiche Sanierung, die eine Liquidation vermeidet, ein unter guten statt dringlichen Bedingungen vorbereiteter und durchgeführter Verkauf, eine stabilisierte Governance, die Finanzpartner beruhigt: Diese Ergebnisse beziffern sich auf das Zig- bis Hundertfache der Mandatskosten selbst. Umgekehrt hat das Ausbleiben einer Entscheidung — eine Governance- oder Underperformance-Krise andauern zu lassen, weil keine entscheidungsfähige Führung vorhanden ist — oft unsichtbare, aber reale Opportunitätskosten: geminderte Bewertung, Vertrauensverlust bei Finanzpartnern, verpasste Marktchancen.
Bei einem typischen Sanierungsmandat übersteigt das finanzielle Risiko (Überleben des Unternehmens, Wert des Vermögenswerts für die Gesellschafter) den Tagessatz des mobilisierten Interim Managers bei Weitem, selbst bei den längsten Mandaten. Die Betrachtung der Rendite auf Kapitalebene, statt als reine Betriebskosten, ist für einen Gesellschafter die richtige Perspektive.
Vor Mandatsbeginn sollte ein schriftliches Rahmendokument mindestens Folgendes festlegen: die genaue vom Aufsichtsrat oder den Gesellschaftern erteilte Vollmacht (bis wohin der Interim Manager das Unternehmen ohne vorherige Freigabe binden kann), die messbaren Ziele des Mandats und deren Zeithorizont, den Rhythmus und das Format des Gesellschafter-Reportings sowie die Bedingungen für das Mandatsende — einschließlich des Umgangs mit interner und externer Kommunikation rund um den Führungswechsel. Bei einem sensiblen Mandat (Verkauf, tiefgreifende Restrukturierung) gehört auch eine verstärkte Vertraulichkeitsklausel zu den systematisch zu klärenden Punkten.
In den kritischsten Situationen (Insolvenzverfahren, gerichtliches Mandat) sieht das Gesetz spezifische Mechanismen mit vom Handelsgericht bestellten Akteuren vor, deren Befugnisse durch das Insolvenzrecht geregelt sind. Ein Interim Manager handelt vor- oder außerhalb dieses gerichtlichen Rahmens: Er wird direkt von Gesellschaftern oder Aufsichtsrat beauftragt, mit größerer vertraglicher Handlungsfreiheit, jedoch ohne die spezifischen rechtlichen Schutzmechanismen eines Insolvenzverfahrens. Je nach Schwere der finanziellen Lage des Unternehmens können sich diese beiden Ansätze eher ergänzen als ausschließen — ein Punkt, der mit Ihren gewohnten Rechtsberatern vor einer Entscheidung zu besprechen ist.
Der häufigste: einen Interim Manager allein aufgrund seines Rufs oder Netzwerks auszuwählen, ohne seine konkreten Referenzen bei vergleichbaren Governance-Mandaten zu prüfen. Der zweite: die Vollmachtsübertragung nicht von Anfang an klar zu formalisieren, was Unklarheit schafft und Entscheidungen genau dann verlangsamt, wenn Schnelligkeit am wichtigsten ist. Der dritte: die Bedeutung der internen Kommunikation rund um die Ankunft einer Interim-Führungskraft zu unterschätzen — ein Team, das das Mandat und seine Dauer nicht gut versteht, kann einen Widerstand entwickeln, der den Erfolg des Mandats bereits in den ersten Wochen gefährdet.
Ja, das ist eines der häufigsten Mandate für die erfahrensten Profile — mit einer vom Aufsichtsrat oder den Gesellschaftern formalisierten Vollmacht.
In der Regel zwischen 6 und 18 Monaten, je nachdem, ob es sich um eine Sanierung, eine Verkaufsvorbereitung oder eine Governance-Stabilisierung bis zu einer permanenten Einstellung handelt.
Ja, das wird bereits zu Mandatsbeginn festgelegt — der Rhythmus und das Format des Gesellschafter-Reportings gehören zu den vor Mandatsstart zu definierenden Elementen.
Eine verstärkte Vertraulichkeitsklausel wird in den Mandatsvertrag aufgenommen, und bei der Auswahl des Interim Managers wird seine nachgewiesene Fähigkeit berücksichtigt, sensible Themen bei früheren Mandaten diskret zu handhaben.
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