Die Rechtsform wählen
Drei Hauptoptionen bestehen nebeneinander: die Trägerschaft (Portage salarial) (ein Trägerunternehmen stellt dem Kunden die Rechnung und zahlt Ihnen ein Gehalt aus — am einfachsten für den Einstieg, ohne Unternehmensgründung, mit dem Sozialversicherungsschutz eines Angestellten), das eigene Unternehmen (meist eine SASU, gelegentlich eine EURL — mehr Freiheit und steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten langfristig, aber Verwaltungs- und Buchhaltungsaufwand in Eigenregie) und der Status als selbstständiger Berater / Freiberufler (selten im industriellen Interim Management, da Kunden in der Regel einen strukturierten Vertragsrahmen verlangen).
Die meisten Interim Manager starten mit Trägerschaft, um ihre Tätigkeit zu validieren, und wechseln dann zu einem eigenen Unternehmen, sobald ein regelmäßiger Mandatsfluss etabliert ist. Für die Bewerbung ist keine Rechtsform erforderlich: Das ist ein Thema für die Zeit vor dem ersten Mandat, nicht vor dem Einreichen eines Lebenslaufs.
Einen Lebenslauf als Interim Manager erstellen
Ein Lebenslauf als Interim Manager liest sich anders als der eines Angestellten in Festanstellung. Was ein Kunde sucht: den Beweis, dass Sie in einem unbekannten Kontext schnell Ergebnisse liefern können. Konkret:
- Strukturieren Sie nach Mandaten und messbaren Ergebnissen, nicht nach Stellentiteln: „Sanierung der operativen Marge um +4 Punkte in 18 Monaten“ ist mehr wert als „Standortleiter, 2019-2023“.
- Stellen Sie Transformationssituationen heraus: Sanierung, Produktionshochlauf, Fusion/Übernahme, Standortgründung, Krisenmanagement. Genau diese Kontexte überzeugen einen Kunden im Interim Management.
- Verstecken Sie kurze Mandate nicht — im Gegenteil, eine Abfolge von 6- bis 18-monatigen Mandaten ist in diesem Beruf ein Vorteil, keine zu rechtfertigende Instabilität.
- Beschränken Sie sich auf 2 Seiten, Branche und Funktionen an erster Stelle, ohne Foto oder überflüssige persönliche Angaben.
Das LinkedIn-Profil optimieren
Ihr LinkedIn-Profil wird oft noch vor Ihrem Lebenslauf eingesehen. Einige Prinzipien machen einen echten Unterschied:
- Titel: Geben Sie explizit „Interim Manager — [Ihre Spezialisierung]“ an, nicht nur Ihre letzte Festanstellung.
- Zusammenfassung („Info“): Wenige Zeilen, ausgerichtet auf Mandate und Ergebnisse, keine chronologische Karrierezusammenfassung.
- Empfehlungen: Bitten Sie 2 bis 3 frühere Kunden, Anteilseigner oder geführte Teams um Empfehlungen — das ist der erste soziale Beweis, den ein Kunde prüft.
- Regelmäßige Aktivität: Einige Beiträge oder geteilte Inhalte zu Ihrer Branche genügen, um Aktivität und Fachkenntnis zu zeigen, ohne daraus eine Vollzeit-Content-Strategie zu machen.
Ein Netzwerk aufbauen
Interim Management bleibt ein Beruf der Empfehlungen und Netzwerke. Drei Hebel, parallel zu spezialisierten Interim-Management-Unternehmen wie MT-Transition zu nutzen: einem Berufsverband der Branche beitreten (zum Beispiel France Transition, der Interim-Management-Unternehmen und Interim Manager in Frankreich versammelt), Kontakte aus früheren Positionen pflegen (Anteilseigner, HR-Leiter, führende Kollegen — oft die Quelle des allerersten Mandats), und an Branchenveranstaltungen Ihrer Industrie teilnehmen, nicht nur an „Interim Management“-Events.
An der eigenen Haltung als Mandatsträger arbeiten
Fachkompetenz allein genügt nicht: Die Hauptschwierigkeit der ersten Mandate ist fast immer die Haltung. Legitimität ohne Betriebszugehörigkeit aufbauen, ein Mandatsschreiben mit messbaren Zielen festlegen, die ersten 100 Tage in hohem Tempo durchhalten und einen sauberen Ausstieg vorbereiten, der den Standort stärker zurücklässt als bei der Ankunft: Das sind Fähigkeiten, die trainiert werden können. MT-Transition bereitet ein eigenes Programm zu diesem Thema vor — siehe Seite Schulung.
Häufige Fehler, die zu vermeiden sind
- Jedes Mandat annehmen aus Angst vor Auftragsmangel: Ein schlecht abgegrenztes Mandat in einer Branche, die Sie nicht beherrschen, schadet Ihrem Ruf schneller, als es ihn aufbaut.
- Die anfängliche Abgrenzung vernachlässigen: Ohne präzises Mandatsschreiben und messbare Ziele wird es unmöglich, Ihren Wert beim Ausstieg zu belegen.
- Die Akquisephase unterschätzen: Das erste Mandat zu finden dauert oft mehrere Monate. Planen Sie das finanziell ein, nicht nur beruflich.
- Den Tagessatz falsch positionieren: Weder die eigene Expertise verramschen, um ein Mandat zu bekommen, noch sich ohne Marktreferenz überschätzen — ein spezialisiertes Interim-Management-Unternehmen hilft, diesen Punkt vor eigenständigen Verhandlungen einzuordnen.
Die wirtschaftliche Realität, ehrlich betrachtet
Ein Interim Manager rechnet in Tagessätzen ab, sehr unterschiedlich je nach Branche, Seniorität und Dringlichkeit des Mandats — misstrauen Sie online kursierenden Durchschnittswerten, sie spiegeln nicht die Realität des französischen Industriemarkts wider. Zwischen zwei Mandaten sind einkommenslose Phasen einzuplanen, besonders im ersten Jahr, bis ein Netzwerk aus Kunden und Empfehlungen aufgebaut ist. Das sagen wir lieber von Anfang an klar, als es im Nachhinein entdecken zu lassen.